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13-07-2006 Verschiedenes
Flugzeugkatastrophen und ihre Überlebenden
Mit Stand vom Dienstag befinden sich noch immer 50 Opfer des Flugzeugunglücks von Irkutsk, als eine Airbus 310 eine Bruchlandung produziert hat, in den dortigen Krankenhäusern. Diese Angabe hat der stellvertretende russische Verkehrsminister, Boris Korol, im Gespräch mit Journalisten gemacht, frühere Pressemeldungen präzisierend.

Der Zustand der Verletzten, so sagte er, bessere sich, auch wenn die Ärzte noch immer Sorgen haben. 15 Überlebende sind bereits nach Hause zurückgekehrt. Die beiden Verunglückten aus Polen wurden unterdessen in einem Hotel untergebracht. Die Spezialisten für Katastrophenmedizin, die nach Irkutsk gekommen sind, loben die Künste der Ärzte vor Ort uneingeschränkt. Die Fachkommission habe in ihrer Sitzung festgestellt, dass nun alle erforderlichen Kräfte und Mittel vorhanden seien, um die Verletzten zu kurieren.

Die Geschichte der Flugzeugkatastrophen ist reich an Beispielen von Überlebenden. Eine der erstaunlichsten Begebenheiten ist die Rettung der 20-jährigen Larissa Sawizkaja, die sich im Jahr 1981 zugetragen hat. Nahe der Stadt Sawitinsk im Amur-Gebiet war ein Flugzeug An-24 in einer Höhe von 5 220 Metern mit einem Bomber Tu-116 zusammengestoßen. Larissa saß mit ihrem Gatten in der Passagiermaschine. Sie kehrten gerade von ihrer Hochzeitsreise zurück. Die junge Frau überlebte einen freien Fall von 8 Minuten, währenddessen der junge Ehemann sofort ums Leben kam.

Damals ist über die Katastrophe sehr dürftig berichtet worden: Sie sei in einer Höhe von 5 Kilometern aus einem Selbstbau-Flugapparat abgestürzt, hieß es zu jener Zeit. Sie selbst erzählte der Zeitung Iswestija, die Flugzeuge seien in einem Winkel kollidiert, so dass die An-24 die Flügel mit Benzintanks und das Dach verloren habe und letztendlich in zwei Teile zerbarst. Die junge Frau befand sich in diesem Moment im Heckteil und konnte sich nur mühevoll zu einem Sitz vorarbeiten, wo sie sich anschnallte. Drei Tage später ist sie gefunden worden: Mit einer Gehirnerschütterung, fünf Wirbelsäulenschäden sowie Arm-, Rippen- und Beinbrüchen. Es mag seltsam erscheinen, den Behindertenstatus hat sie trotzdem nicht bekommen. Im Russischen Guinness-Buch der Rekorde ist sie damit in zwei Kategorien eingegangen. Zunächst einmal als wundersamste Rettung und dann für die magerste Abfindung für einen Körperschaden mit einer Einmalzahlung.

Wissenschaftler schlussfolgerten, dass das Flugzeugteil, in dem sich Larissa aufgehalten hatte, sich wie ein Blatt gedreht oder hin und her geschwankt ist, und zwar wie eine Schaukel. Einer der Gutachter zog eine Parallele zu Katzen und Kindern, die dazu fähig sind, bei einem Sturz aus großer Höhe unverletzt zu bleiben. Nach den Gesetzen der Physik hängt die Wucht des Aufschlages vom Gewicht, der Fallhöhe und der Widerstandskraft der Oberfläche ab. Daraus folgerte der Wissenschaftler, dass in einer Stresssituation ein Mechanismus in Kraft gesetzt wird, der die Schwerkraft blockiert.

Ein ebenso fantastischer Vorfall ereignete sich im Jahre 2003, als eine Boeing 737 mit 116 Personen an Bord, darunter 10 Besatzungsmitglieder, im Sudan abstürzte. Eine Person überstand die Katastrophe heil: ein zweijähriges Kind. Wie es überlebte, bleibt ein Rätsel. Beim Aufprall ist das Flugzeug in viele Teile zerborsten und vollständig ausgebrannt.

Aus der offiziellen Statistik der Internationalen Organisation für Zivilluftfahrt geht hervor, dass sich 90 Prozent der Flugzeugkatastrophen beim Start oder bei der Landung ereignen. Die gefährlichsten Havarien geschehen beim Start. Die Treibstofftanks der Flugzeuge sind bis zum Rand gefüllt, also mit 30 bis 100 Tonnen Kerosin. Unter bestimmten Bedingungen können sie sich entzünden. Bei Notlandungen sind die Chancen auf ein Überleben größer. In der Regel sind die Treibstofftanks dann schon leer. Außerdem sind die Havariedienste auf dem Boden vorbereitet und überziehen die Unglücksmaschine mit einer Schaumschicht, die ein Entflammen verhindert.

Es gilt allgemein, dass das Heck eines Flugzeuges der sicherste Ort an Bord ist. Sehr wichtig ist es, in einer Gefahrensituation angeschnallt zu sein.

Doch es gibt Ausnahmen von der Regel. Beim Anflug auf den südkoreanischen Flughafen Pussan zerschellte im April 2002 eine Boeing 767 der chinesischen Fluggesellschaft. Von den 166 Personen an Bord überlebten 38, und zwar diejenigen, die im Heckteil des Flugzeuges saßen, wo sich kein Brennstoff befand. Entgegen den Sicherheitsregeln waren sie zudem nicht angeschnallt. [ RIA Novosti ]

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